Martin Patzek: Tagebuch eines alten Priesters

Unter dem Titel "Ich spür nicht Rücken, sondern Seele" beschäftigt sich der 73-jährige Patzek mit seinem Auftrag als Ruhestands-Seelsorger, mit der Kirche und dem Zeitgeschehen.

In Tagebuchform hat Martin Patzek, Priester des Bistums Essen, seine Gedanken zu aktuellen Kirchenpolitik und zur Seelsorge als Buch herausgegeben. Unter dem Titel „Ich spür nicht Rücken, sondern Seele“ berichtet der 73-jährige ein Jahr lang 2017/18 über seinen aktiven Alltag als Ruhestandsgeistlicher in Hattingen St. Peter und Paul zwischen Gottesdiensten, Gruppenarbeit und Gemeindecaritas, über seine Gespräche mit befreundeten Klerikern und über seine eigene Spiritualität als „Priester im biblischen Alter“, wie er sich selbst bezeichnet.

Patzek, in Caritaswissenschaften promovierter Theologe, hat viele Jahrzehnte als Pfarrei-Seelsorger, Militärdekan und Studentenpfarrer gearbeitet. Darüber hinaus war er in verschiedensten Funktionen als geistlicher Begleiter, Verbandsdirektor und Lehrbeauftragter für die Caritas tätig. Heute ist er als „Pastor im besonderen Dienst“ in der Hattinger Pfarrei sowie in der Theresia-Albers-Stiftung als Seelsorger tätig.

Patzek war 1971, kurz nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, vom ersten Ruhrbischof Franz Hengsbach zum Priester geweiht worden, hat also die hoffnungsvollen innerkirchlichen Aufbrüche der 70er Jahre, den intensiven Kirchenbau im Bistum Essen und die bald darauf beginnenden Umbrüche in Kirche und Gesellschaft aus der Perspektive eines Seelsorgers hautnah miterlebt. Diese Prägung ist auch seinem „Tagebuch eines alten Priesters“ zu entnehmen. Das Buch behandelt unsystematisch, persönlich und so intuitiv, wie es Tagebucheinträgen eigen ist, tagesaktuelle Eindrücke aus Patzeks Alltag und Zeitungslektüre.

Immer wieder beschäftigt der Autor sich im Verlauf des Berichtsjahres mit dem Pfarreientwicklungsprozess im Bistum Essen, insbesondere mit bisherigen und geplanten Kirchenschließungen. Hier spricht Patzek aus pastoraler Perspektive stets zugunsten der Kerngemeinden und der katholischen Verbände und positioniert sich zum Konzept Bischof Hengsbachs, jedem Dorf seine Kirche zu lassen. Der wirtschaftliche Aspekt des Pfarreientwicklungsprozesses sowie die soziologisch stark veränderte Gesellschaft, in der die Kirche ihren Platz neu finden muss, kommen dagegen kaum zur Sprache.

Der katholische „Insider“ findet in Patzeks Texten zahlreiche Querverweise auf Personen und Ereignisse des Ruhrbistums, ausführliche Zitate aus Kommentaren und Berichterstattung zum kirchlichen Geschehen und nicht zuletzt die Auseinandersetzung eines alt werdenden Priesters mit seinem Glauben, der verbleibenden Aufgabe in der Gemeinde, den Beschwerden des Älterwerdens sowie dem Sterben.

Martin Patzek, Ich spür nicht Rücken, sondern Seele. Tagebuch eines alten Priesters. Paderborn: Bonifatius Verlag 2019. 19,90 €, ISBN 978-3-89710-821-9.

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